Lehrplan

Rundgang durch 13 Schuljahre

Unser Lehrplan: Immer am Entwicklungsstand orientiert

Lesen, Schreiben, Rechnen: Diese elementaren Fähigkeiten gehören natürlich vom ersten Schultag an zu den vielen anderen Fähigkeiten, die unsere Schüler lernen. Naturkunde, Geografie, die Naturwissenschaften – all das kommt im Laufe der Jahre hinzu. Und noch eine ganze Menge mehr. Wie die Schulzeit an unserer Blote Vogel Schule aufgebaut ist und was unsere Schüler dabei erleben, lässt sich sehr anschaulich bei unserem kleinen Rundgang durch den Lehrplan der Jahrgangsstufen nachvollziehen. Der gesamte Unterricht orientiert sich an den Entwicklungsphasen der Schüler, viele Aspekte innerhalb der Fächer ergänzen sich und sind miteinander verbunden. Kommen Sie mit auf unsere Reise durch 13 Jahre Schulzeit an unserer Waldorfschule in Witten!

1. Klasse: Neues erkunden

Das Schuljahr der 1. Klasse beginnt traditionell mit einer Formenzeichenepoche. In dieser Epoche lernen die Kinder anhand einfacher Formen, wie der geraden und der gekrümmten Linie, vorgezeichnete Formen zu erfassen und auf dem Papier wiederzugeben. So werden die Schüler an die elementaren Formen wie den Kreis, den Winkel, die Spirale und andere künstlerisch frei gestaltete Linien herangeführt. Diese erste Formenzeichenepoche gibt zugleich Hilfen für den ersten Schreibunterricht.

Unsere Schüler der 1. Klasse lernen die Schrift auf eine künstlerische Weise. Anhand einer Geschichte und dazugehörigen Bildern lernen die Kinder die Welt der Buchstaben kennen. Nachdem sich die Kinder mit der Welt der Buchstaben vertraut gemacht haben, üben sie sich im freien Schreiben. Naturkundliche Inhalte wie zum Beispiel der Besuch unserer Bienenvölker regen zum fantasievollen Schreiben in Schreibschrift an. Jetzt werden erste Grundlagen für die Rechtschreibung gelegt.

In den ersten Rechenepochen erlernen die Schüler nicht nur auf verschiedene Weise zu zählen, sondern auch die Zahlen in ihrer inneren Qualität zu erfassen, sie zu schreiben und nach und nach mit den verschiedenen Rechenarten umzugehen. Ausgehend von der Einheit erfassen die Schüler zunächst das Ganze und erforschen dann, wie es im Detail beschaffen ist. Wir rechnen zunächst im Zahlenraum bis 20, der dann, je nach Möglichkeit der Klasse, immer weiter wird.

Erzählstoff für die erste Klasse sind vor allem die Märchen der Gebrüder Grimm.

2. Klasse: Moral - ohne Zeigefinger

In den Rechenepochen erschließen sich die Kinder der 2. Klasse nun den Zahlenraum bis 100 und machen sich mit den vier Grundrechenarten in diesem Zahlenraum vertraut. Hier wie auch beim weiteren Üben der Einmaleinsreihen sind rhythmische Bewegungen des Kindes ein selbstverständlicher Bestandteil.

Fabeln und Heiligenlegenden gehören an unserer Waldorfschule in Witten zum Erzählstoff des 2. Schuljahres. Fabeln spiegeln die Folge schlechter Gewohnheiten wider. So werden die Kinder ohne den moralischen Zeigefinger des Lehrers angeregt, ein Gefühl für das Gute und Wahre zu entwickeln, ohne dabei moralisch zu wirken zu müssen.

3. Klasse: Über den Rubikon

Die Unterrichtsinhalte der 3. Klasse unserer Waldorfschule in Witten unterstützen die Schüler in ihrer seelischen Entwicklung, die im neunten Lebensjahr einem Umbruch entgegensteuert. Diesen Entwicklungsschritt bezeichnet die Waldorfpädagogik auch mit „Überschreiten des Rubikon“: Die Kinder stehen nun auch selbst in der äußeren Welt, abgesetzt von ihrer Umgebung. Das eigene Paradies liegt endgültig hinter ihnen. Deshalb erledigen wir im Sachunterricht erste Arbeiten in der äußeren Welt so, wie sie eine allgemeine Bedeutung für die Menschen haben.

Durch die eigenen Tätigkeiten in der Ackerbauepoche, der Handwerkerepoche und der Hausbauepoche entsteht eine tragende Kraft in der Klasse wie im einzelnen Kind, die für alle Beteiligten spürbar wird: Die Kinder können mit Kopf, Herz und Hand ihre Umwelt tatkräftig gestalten.

Den Erzählstoff der 3. Klasse bilden vor allem Geschichten aus dem alten Testament, die den mannigfaltig auftauchenden Fragen der Kinder nach dem Ursprung der Dinge und Wesen bildhaft Antwort geben können.

Unsere „Grüne Waldorfschule“ ermöglicht den Kindern nun verschiedene Möglichkeiten der Tierbegegnung und der Tierpflege – die Grundlagen für einen achtsamen Umgang mit der Natur.

In den Rechenepochen erschließen sich die Kinder den Zahlenraum bis 1000. Sie üben weiter das Einmaleins und führen es aus dem rhythmischen ins individuelle Können. Nun üben sie auch die schriftlichen Formen der Grundrechenarten.

Wir lesen geschriebene und gedruckte Texte, die Rechtschreibung gewinnt an Bedeutung. In der ersten Sprachlehrepoche werden die drei Grundwortarten ganz aus dem Leben heraus eingeführt. Im Formenzeichnen sollen die Kinder jetzt lernen, bestimmte Formen in harmonischer Weise zu ergänzen.

4. Klasse: Bruchrechnen, Raum und Zeit

Bestätigung und Ermutigung bei der Vollendung des Rubikonprozesses ist der Grundzug im Lehrplan der 4.Klasse. Konsequenz und Mut begegnen dem Kind in der Bilderwelt der Edda. Analog zur germanischen Götterdämmerung nabeln sich die Kinder von der geistigen Welt ab.

Den neuen Fächern und Epochen, Menschen- und Tierkunde, Holzwerken und Heimatkunde, ist gemeinsam, dass sie vom Kind die Fähigkeit des Gegenüberstellens verlangen. „Hier bin ich und da ist die Sache, mit der ich mich beschäftige.“ Auch der Stabreim mit seinem sich wiederholenden konsonantischen Anlaut bringt in der Sprachpflege ein ordnendes Element in die altersgemäße Situation.

Ein bedeutendes Motiv des Unterrichts in diesem Schuljahr ist die Beheimatung in Raum und Zeit. In der Sprachlehre wird dies unterstützt durch die Behandlung der Zeiten und die Erarbeitung der Präpositionen. Auch die vier Fälle werden intensiv betrachtet. Vielfältige Schreibanlässe regen die Kinder an, eigene Texte zu verfassen.

Im Rechenunterricht wird der Zahlenraum schrittweise bis zur Million ausgedehnt. Generalthema ist die Bruchrechnung am Ende der 4. Klasse. Eine wesentliche Bedingung dafür ist, dass die Kinder jetzt sicher im Kopfrechnen sind und das Einmaleins beherrschen.

Die notwendige Sicherheit im Schreiben, Lesen und Rechnen gewinnen die Kinder, indem sie diese Grundfertigkeiten in fortlaufenden Übstunden festigen.

5. Klasse: In die Welt schauen

Mit der 5. Klasse beginnt die Mittelstufe. Eine besondere Harmonie, Beweglichkeit und Lebensfreude kennzeichnet dieses Lebensalter. Mitmachen und sich begeistern ist eine einzigartige Begabung dieses Alters, welches man auch als „Höhepunkt der Kindheit“ bezeichnen kann. Der Blick geht hinaus in die Welt, das kindliche Ich stellt sich der Welt gegenüber. Die Kinder erarbeiten nun bewusster Gesetzmäßigkeiten und Regeln.

Dieses Motiv findet sich auch in dem neuen Morgenspruch, der ab der 5. Klasse gesprochen wird: „Ich schaue in die Welt...“ Dieses „In die Welt schauen“ greift der der Lehrplan an unserer Waldorfschule in Witten auf. So weitet sich der Blick von der unmittelbaren Heimat auf ganz Deutschland mit seinen Nachbarländern in Mitteleuropa.

Zur Orientierung auf der Erde, im Raum, kommt die Verortung in der Zeit dazu. Im fünften Schuljahr findet der Übergang von der Mythologie, die im Erzählstoff der Unterstufe eine wichtige Rolle spielt, zum eigentlichen Geschichtsunterricht statt. Wir beginnen mit den alten orientalischen Kulturen: Indien, Persien, Mesopotamien, Ägypten. Die Schüler erleben Menschheitsentwicklung: Sesshaftwerdung, Entwicklung des Ackerbaus, Städtegründung und Schaffen von Kultur. In einer zweiten Epoche behandeln wir Griechenland (bis hin zu Alexander dem Großen und seinen Feldzügen) und die Errungenschaften der griechischen Kultur als Grundlage der gegenwärtigen Kulturen.

Die Naturwissenschaften entwickeln sich weiter von der ersten Menschen- und Tierkunde in der vierten Klasse hin zur Pflanzenkundeepoche in der fünften Klasse. Wir betrachten die Gliederung der Pflanze und ihre Wachstumsbedingungen sowie die Entwicklung im Pflanzenreich: Pilze, Flechten, Moose, Farne, Nadelbäume, Blütenpflanzen.

Auch das Formenzeichnen entwickelt sich weiter zur Freihandgeometrie. Noch ohne Hilfsmittel wie Zirkel und Geodreieck zeichnen wir unterschiedliche geometrische Formen wie Dreieck, Quadrat und Kreis. Genauigkeit und Gesetzmäßigkeit sind hierbei wichtige Aspekte.

6. Klasse: Sorgfalt und Sachlichkeit

In der 6. Klasse erleben die Schülerinnen und Schüler den Übergang zwischen Kindheit und Jugend. Die körperliche und seelische Reifung fordert viel Kraft. Klarheit bietet die Auseinandersetzung mit der römischen Geschichte, wo Recht und Ordnung im Vordergrund stehen und der Geschichte des Mittelalters, an der die Schülerinnen und Schüler ihre moralischen Kräfte stärken können.

Die Geometrie – erstmals mit Zeichenwerkzeugen wie Zirkel und Geodreieck – erfordert Klarheit, Sorgfalt und Genauigkeit. In der ersten Physikepoche geht es um das phänomenologische Betrachten. Anhand vieler lebensnaher Versuche üben die Heranwachsenden das genaue Beobachten und Beschreiben. Die erste Geologie eröffnet den Blick für eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Erscheinungsbild der Erde. Im Geografieunterricht erkunden wir Europa anhand seiner Polaritäten, wir erweitern den inneren und äußeren Horizont.

Während auf seelischer Ebene oft soziale Prozesse dominieren, üben wir im Deutschunterricht Sachlichkeit, zum Beispiel bei der Formulierung von Geschäftsbriefen. Auch die Mathematik knüpft mit Dreisatz und erster Wirtschaftskunde praktisch ans Leben an. Die Dualität von Sachlichkeit und emotionalen Kräften greifen die Schüler im künstlerischen Teil des Unterrichtes durch das Hell-Dunkel-Zeichnen auf.

Als Paten für die neuen Erstklässler erleben die Schülerinnen und Schüler ihre eigene Entwicklung und Fähigkeit zur Verantwortung im Umgang mit den Kleinen.

7. Klasse: Mit Offenheit zu neuen Horizonten

Im siebten Schuljahr zeigen viele Schüler ein wachsendes Interesse für die technischen, sozialen und kulturellen Entwicklungen unserer Welt. Der Fächerkanon dieser Klassenstufe entspricht dieser Offenheit und vermittelt zahlreiche Anregungen in den kognitiven, künstlerischen und handwerklichen Bereichen. Geschichte (Entdeckung der Welt) und Geographie (Betrachtung eines Kontinents) haben das Anliegen, das Verständnis für kausale Zusammenhänge (geschichtliche Zusammenhänge – heutige Situation, Klima, Natur, Mensch) zu vertiefen.

Im Fach Deutsch gehen die Schüler mit der Vielfalt sprachlicher Ausdrucksmöglichkeiten um und wenden sie in eigenen Texten (Inhaltsangabe, Bericht, Charakterisierung, Erzählung) an. In der Mathematik lernen sie neben den notwendigen Kenntnissen in Geometrie und Algebra die ersten Grundlagen der Wirtschaftslehre kennen. Das Angebot der Naturwissenschaften wird um die Fächer Chemie und Biologie (Ernährungslehre, Sexualkunde) und Astronomie (Physik) erweitert.

Im Werkunterricht erleben die Schüler bei der Herstellung von Spielzeug die erarbeiteten Gesetzmäßigkeiten des Physikunterrichts (Kurbel, Hebel, Kraftübertragung), und im Handarbeitsunterricht arbeiten sie erstmalig mit Leder. Zeichen- und Malübungen zur Farb- und Linearperspektive stärken das räumliche Vorstellungsvermögen. Im Musikunterricht gehen die Siebtklässler neben dem Singen und Musizieren mit den ersten musiktheoretischen Grundlagen um (Dur, Moll), die in der Eurythmie künstlerisch umgesetzt werden.

Ein Höhepunkt der siebten Klasse ist das Forstpraktikum im Rahmen des Gartenbau-Unterrichts, bei dem über mehrere Tage praktisch im Wald gearbeitet wird. Ein anderes besonderes Thema der siebten Klasse ist die Beschäftigung mit der abgeschlossenen Biographie einer Persönlichkeit. In Form einer schriftlichen Darstellung und eines Vortrags präsentiert jeder Schüler vor Eltern und interessierten Zuhörern die Ergebnisse seiner Arbeit.

8. Klasse: Abschluss der Klassenlehrer-Zeit

Acht Jahre lang, bis weit in die Pubertät hinein, werden die Schülerinnen und Schüler also im Hauptunterricht durch den/die Klassenlehrer(in) begleitet, während es im Fachunterricht die jeweiligen Fachlehrer sind.

In der 8. Klasse erstellen die Jugendlichen ihre erste große „Halbjahresarbeit“: Jeder Schüler, jede Schülerin erarbeitet ein Wahlthema und fasst es in einem selbst gestalteten „Buch“ zusammen, das für die Schulgemeinschaft zur Ansicht auslegt wird. Dabei kann das Thema künstlerisch, literarisch oder praktisch sein und von der Biographie einer großen Persönlichkeit über den Bau eines Liegefahrrads bis hin zur Modenschau reichen. Den schriftlich erarbeiteten Teil stellen die Jugendlichen dann der Klassengemeinschaft und den Eltern vor.

Den Abschluss der Mittelstufe feiern die Achtklässler mit einem Theaterstück, das sie zusammen einstudieren – und natürlich mit der Klassenfahrt. Danach endet die Klassenlehrerzeit und der neue Abschnitt Oberstufe beginnt: An Stelle des Klassenlehrers / der Klassenlehrerin treten die in ihrem jeweiligen Fachgebiet ausgebildeten Spezialisten.

Der Lehrplan für Waldorfschulen als grobe Richtschnur

Wie ist der Lehrplan an Waldorfschulen aufgebaut? Einen guten Überblick dazu gibt der Waldorflehrplan, den der Bund der freien Waldorfschulen zusammengestellt hat. Sie können ihn hier einsehen und herunterladen.

9. Klasse: Verantwortung übernehmen

In der 9. Klasse, wenn die seelische Pubertät an den Jugendlichen rüttelt, gibt das Landwirtschaftspraktikum festen Boden unter den Füßen. Ein Monat (zwischen Ostern und den Sommerferien) Mitarbeit auf einem biologisch-dynamischen Bauernhof fordert den ganzen Menschen und lässt die Schüler eindringlich erleben, wie mühevoll unsere tägliche Nahrung erarbeitet ist. Sie übernehmen eigenständig einen Aufgabenbereich, z.B. in der Tierversorgung oder in den Vorgängen rund um Ernte und Vermarktung. Dabei erlernen sie einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und finden auch wie von selber zu einem pflichtbewussten Tun. Tiere oder reife Feldfrüchte warten nicht! Bereits vorher haben die Schüler der 9. Klasse für zwei bis drei Wochen die Bauzeit am Institut für Waldorf-Pädagogik begleitet und eigenverantwortlich Aufgaben übernommen. Über das Schuljahr hinweg vertreten unsere Neuntklässler außerdem die 8. und die 10. Klasse beim Küchendienst, wenn diese auf Exkursionen oder in Praktika eingebunden sind.

Im Deutschunterricht haben nun Humor und Tragik ihren Platz. Außerdem werden die Biografien von großen Klassikern erarbeitet - Goethe und Schiller. In der Handarbeit beginnt nun die Zeit des Schneiderns, die teilweise bis zum Ende der zehnten Klasse fortgeführt wird. Metallarbeit und Schmieden sind Themen im Werkunterricht. Und im Gartenbau lernen die Schüler Pflanzenvermehrung kennen.

10. Klasse: Kompetenzen erarbeiten

Im Feldmesspraktikum (theoretische Kompetenz) in der 10. Klasse werden die zuvor im Mathematikunterricht erarbeiteten Gesetzmäßigkeiten der Trigonometrie praktisch angewendet. Ein Gelände wird mittels hochempfindlicher Messgeräte nach allen Regeln der Kunst vermessen und anschließend kartographiert. Dies verlangt Genauigkeit, Geduld und Teamfähigkeit, um am Ende zu brauchbaren Karten zu kommen. Unausweichlich offenbaren sich alle Ungenauigkeiten auf dem Papier und fordern Berichtigung. Nicht der Lehrer, sondern eine objektive Gesetzmäßigkeit korrigiert! Dabei erfährt der Zehntklässler, dem die Welt widersprüchlich und oft genug wie ohne Zusammenhang erscheint, dass er selber zuverlässige Orientierung gewinnen kann.

Im Betriebspraktikum (individuelle Kompetenz) werden Einblicke in die moderne Arbeitswelt vermittelt. Die Schüler suchen sich selbstständig einen Praktikumsplatz, dabei werden sie an unserer Schule durch das Mentorenprogramm unterstützt. Sie schreiben zunächst Bewerbungen und erleben Vorstellungsgespräche. Vier Wochen lang erproben sie sich dann auf kaufmännischen, handwerklichen oder industriellen Arbeitsfeldern und sammeln dabei ihre ganz persönlichen Erfahrungen. Erste Berufswünsche können so ganz anfänglich Gestalt annehmen oder korrigiert werden.

Im Deutschunterricht geht es um Dramen. Logarithmen und Analytische Geometrie sind mögliche Themen in der Mathematik. Im Fremdsprachenunterricht werden (wie schon in der 9. Klasse) Ausbau und Festigung der sprachlichen Grundlagen vorangetrieben. Nun haben auch Themen wie Informatik und Medienkunde einen größeren Raum im Unterricht.

11. Klasse: Weltempfinden und Einfühlung

In der 11. Klasse entwickeln die Schüler im Besonderen ihre seelischen Kräfte. Weltempfinden und tiefe Einfühlung in den Mitmenschen werden nun möglich. Das Sozialpraktikum arbeitet mit diesen frei werdenden Qualitäten. Vier Wochen übernehmen die Jugendlichen Aufgaben in einer sozialen Einrichtung und begleiten zum Beispiel Menschen mit Behinderungen in deren Lebensalltag. Dabei lassen sich die Schüler auf völlig neue Situationen ein. Sie bilden ein waches Verantwortungsbewusstsein aus und die Fähigkeit, die eigenen Interessen zugunsten anderer zurückzustellen.

In der Mathematik, im Deutschunterricht und in Englisch wird nun ein besonderes Augenmerk auf die Vertiefung des Stoffes gelegt, der für die ZP10-Prüfungen relevant ist. Klassischer Inhalt für das Fach Deutsch ist zum Beispiel der Parzival. Am Ende der 11. Klasse werden die mittleren Bildungsabschlüsse erreicht. Die ZP 10 Prüfung findet zentral statt.

12. Klasse: Das Jahr der großen Projekte

Im 12. Schuljahr begegnen sich die Schülerinnen und Schüler noch einmal intensiv in der Erarbeitung eines modernen Theaterstückes, bei der Vorstellung ihrer individuellen Jahresarbeiten, dem Künstlerischen Abschluss und bei einer großen Klassenfahrt. Griechenland und seine Geschichte der Antike rufen!

Im Fach Deutsch ist nun Zeit für Goethes Faust und einen Überblick über die Literaturgeschichte. Mathematisch beschäftigen sich die Zwölftklässler unter anderem mit Integral- und Differentialrechnung. Am Ende der 12. Klasse steht der Waldorfabschluss.

13. Klasse: Vorbereitung aufs Abitur

Unsere Schüler leben nun ihre eigene Biographie und können mit den erarbeiteten Grundlagen den Lebenslauf gestalten, den sie wünschen. Das 13. Schuljahr steht ganz im Zeichen der Abiturvorbereitungen. Die Schüler stehen in diesem Jahr in enger Kooperation mit den Abiturienten der Rudolf-Steiner-Schule Witten. Bereits vor Weihnachten stehen die ersten Klausuren an, etwa drei Wochen vor Ende des Schuljahres dann schließlich die mündlichen Abi-Prüfungen.